Travel: CUBA Reisebericht – Teil 2

1396850_10207937178921309_7360132019196695524_oJetzt ist es schon fast 1 Jahr her, dass wir uns die kubanische Sonne auf den Bauch scheinen ließen… Und dennoch sind die Erinnerung nach wie vor genauso stark. Immer wieder schaue ich mir die Fotos unseres 3-wöchigen Trips an und erfreue mich an den schönen Momenten, die wir dort erlebt haben. Das letzte Mal handelte und endete mein Bericht über und mit der wunderschöne Stadt Trinidad. Diesmal möchte ich über Havanna berichten, denn dort verbrachten wir die letzten Tage unseres Urlaubs.

Nachdem wir noch von Trinidad aus im Internet nach verfügbaren Zimmern suchten und diese Suche sich recht schnell als erfolglos rausstellte, entschieden wir uns kurzerhand einfach auf gut Glück in die kubanische Hauptstadt aufzubrechen. Wir fuhren – gemeinsam mit einem anderen Pärchen aus unserem Hotel – in einem winzigen Auto (statt wie von uns angenommen in einem Bus!) durch die kubanische Landschaft und wurden circa 2 Stunden später vor der Casa des mitfahrenden Pärchens rausgelassen. Da wir kein Zimmer gebucht hatten, mussten wir nun zusehen, wie wir uns – mit unseren Koffern und dem restlichen Gepäck im Schlepptau – bei 30 Grad durch Havanna schlängeln, um eine Casa zu ergattern. Aber der Hotelgott war gnädig mit uns und wir entdeckten recht schnell das Hotel in der Straße , in dem es – laut Internetrecherche – auch noch ein freies Zimmer geben sollte. Als wir an die große, hölzerne Tür klopften und diese aufging, fing die Verwirrung an. Eine ältere Dame, sicherlich um die 80 Jahre, fragte auf einem spanisch-englisch Mischmasch ob ich Heidi wäre und ob ich reserviert hätte. Ich schaute erst meinen Freund und dann sie an und war sichtlich irritiert. Nachdem wir ihr mindestens 5 Minuten mit Hand und Fuß zu erklären versuchten, dass ich nicht Heidi sei und wir nicht reserviert hatte, entschied die Frau – die scheinbar gar nichts von dem verstand, was wir ihr sagen wollten – ihre Tochter zu rufen. Und die konnte Gott sei Dank ein wenig Englisch sprechen, (hier erwies es sich noch einmal: Spanisch ist auf Kuba eigentlich ein Muss! wieso noch, erzähle ich euch später…) und teilte uns mit, dass sich in ihrem Haus im Obergeschoss noch ein anderes Hotel befinde und sie sichergehen wolle, dass wir nicht dort reserviert hatten – denn sie möchte den Nachbarn keine Gäste wegschnappen. Als das klar gestellt war, zeigte sie uns ihr freies Zimmer und wir konnten erst mal zur Ruhe kommen. Diese Casa Particular war wirklich schön! Leider habe ich den Namen der Dame vergessen, die uns dort beherbergte. Aber wir zahlten nur 30 CUC und uns wurde ein tolles Frühstück im wunderschönen Innenhof serviert.


Nachdem wir uns frisch gemacht hatten, gingen wir auf Entdeckungstour durch die schöne Stadt Havanna. Für meinen Freund war es zu Anfang eine kleine Qual, denn er kämpfte mit einem leichten Kater und ich muss sagen, die Gerüche in der Stadt sind teilweise schon hart zu ertragen. Aber da musste er durch und nach einer Stärkung in einem kleinen Restaurant ging es uns beiden schon viel besser.

Wir haben uns einfach treiben lassen – ohne großartig nachzudenken schlenderten wir durch die Gassen, genossen die warme Luft, die netten Leute und das unbeschreibliche Flair Havannas.
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An jeder Ecke gab es etwas anderes zu entdecken, ob Kinder in Schuluniformen – die gefühlt an jeder Kreuzung ihre Farbe änderten – auf hochglanzpolierte Oldtimer, die die Touristen zum Fotos machen anlockten, oder einfach nur ein kleiner Straßenstand mit süß-duftendem Gebäck. Hinter jeder Straßenecke verstecke sich etwas Neues, Aufregendes, das uns faszinierte. Ganz besonders angetan war ich von der Kathedrale San Cristóbal in Havanna Vieja und entschied mich kurzerhand, eine Zeichnung genau dieser, von einem Straßenmaler abzukaufen.
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Natürlich begab ich mich auch auf die Spuren Hemingways, immerhin schenkte mir mein Vater vor der Reise das Buch „Der alte Mann und das Meer“. Also wollte ich mich natürlich auch diesem Thema widmen. Schnell fanden wir das „Hotel Ambos“, in dem Hemingway damals ein Zimmer bewohnte und dort fast den ganzen Roman „Wem die Stunde schlägt“ verfasste. 2 CUC zahlte ich, um einen Blick in das Zimmer zu werfen.12794867_10207937179121314_344995605066932949_o
Am Abend ließen wir es uns so richtig gut gehen und gingen in der Casa Miglis essen, die direkt bei uns um die Ecke war. Ich habe mich dabei erwischt, dass ich mich an diesem Abend total gefreut habe, endlich mal wieder ein richtig, richtig, richtig! leckeres Abendessen zu mir zu nehmen. LANGUSTE. Aber was für eine. Ein Turm aus Glück, der da vor mir auf dem Teller prankte. Zwar ist die Casa Miglis für Kuba vergleichsweise teuer (ich habe für die Languste circa 17 CUC bezahlt – in Trinidad hätte dieses Gericht mit Beilagen gerade mal 8-10 CUC gekostet) dennoch ist es eine absolute Empfehlung meinerseits. Das Restaurant bietet nicht nur ein wirklich tolles Ambiente und nette Mitarbeiter, sondern auch super leckeres Essen. Die „Casa Miglis“ findet ihr in der Lealtad 120 | Zwischen Animas and Lagunas in Centro Havana. 12888561_10207996479043775_2760928046734017660_o
Im Anschluss warfen wir noch einen Blick in die Bar/Restaurant „La Guarida“ in der 418 Concordia, nicht nur der perfeke Abschluss eines tollen Tages, sondern auch ein tolles Ende einer wunderschönen Reise.

Auch wenn ich im Anschluss, zurück inDeutschland,  den meisten Leuten nicht nur die Highlights und schönen Dinge unserer Reise nach Kuba berichtete, sondern auch von den Momenten und Sachen erzählte, die mir nicht sonderlich gefielen, bleiben die Erinnerungen an die schöne Insel in der Karibik durchweg positiv. Ich bin froh, dass wir es nach Kuba geschafft haben und dass ich nun einen weiteren Punkt auf der Weltkarte markieren kann, den ich entdecken durfte. Das ist ein sehr schönes Gefühl und ich bin gespannt und aufgeregt auf all das, was noch auf mich wartet.
Dennoch möchte ich auch sagen, was mich teilweise vor Ort und auch im Nachgang sehr beschäftigt hat. Natürlich nicht nur die Armut und die wenigen Ressourcen, mit denen die Menschen auf Kuba zu leben und zu kämpfen haben – ich war und bin seit diesem Trip unfassbar dankbar über den Standard, den wir in Deutschland leben können. Alleine eine funktionierende Toilettenspülung! In Kuba ist das nicht selbstverständlich – ganz im Gegenteil. Was mich ebenfalls zum Nachdenken brachte und auch sehr frustrierte – auch schon auf der Reise – war, dass ich die Sprache der Menschen und des Landes nicht spreche, das ich besuchte. So oft hätte ich die Leute gerne verschiedenste Dinge gefragt bzw. mich mit ihnen mehr als nur oberflächlich unterhalten. Aber da die wenigsten wirklich gutes Englisch sprechen, war es meist eher eine kurze Unterhaltung, wenn überhaupt. Wir trafen zum Beispiel auf unserem Katamaran Trip einen Kanadier, der uns erzählte, dass er sich einmal mit einem Taxifahrer unterhielt (auf Spanisch) und dieser ihm seine komplette Lebensgeschichte erzählte… wie er zum Taxifahrer wurde, und das er davor eigentlich einen ganz anderen Beruf hatte, sich das Taxigeschäft, dank der Touristen, aber einfach sehr lukrativ sei . Da fiel mir das erste Mal auf, dass wir solche Gespräche vermutlich nicht führen würden. Und dennoch haben wir uns in Havanna mit unserer Gastgeberin und ihrer Mutter wunderbar verstanden. Ich habe der alten Dame (die kein Wort Englisch verstand) sogar erklären können, was ich beruflichmache – mit Händen und Füßen. Also irgendwie, ist es doch immer möglich…

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Und hier noch ein paar weitere Impressionen aus der kubanischen Hauptstadt:12719624_10207937178081288_1055809633237440019_o12496105_10207937178961310_4270433558078907132_o12671736_10207937179721329_8216895494840181510_o12322664_10207937179801331_2685247890990629925_o12719581_10207996461443335_3232900544629832868_o

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